Vereine und Engagement in Rheinland-Pfalz

Ergebnisse aus dem ZiviZ-Survey 2017
Landesauswertung Rheinland-Pfalz 2019

Fast die Hälfte aller Rheinland-Pfälzer ist ehrenamtlich aktiv. Viele engagieren sich in Vereinen, Verbänden und Kirchengemeinden, andere in Initiativen und Projekten. Sie packen soziale und kulturelle Aufgaben an, begeistern andere für den Sport, kümmern sich um die Umwelt, helfen und pflegen alte oder kranke Menschen, engagieren sich in den Hilfs- und Rettungsdiensten, in der internationalen Zusammenarbeit und der Entwicklungshilfe oder in der Flüchtlingshilfe. Unsere Gesellschaft ist ohne dieses Engagement nicht vorstellbar.

Anerkennung allein reicht jedoch nicht aus, um das Ehrenamt wirksam zu unterstützen. Dafür braucht es gute Rahmenbedingungen und eine effektive Unterstützung – in Organisationen, in Kommunen, auf Landes- wie auf Bundesebene. Wirkungsvolle Engagementförderung benötigt aber auch gesichertes Wissen über Entwicklungen und Veränderungen im bürgerschaftlichen Engagement, über Herausforderungen und Handlungsbedarfe, um passgenaue, praxiswirksame Strategien und Angebote zu entwickeln.

Auf Basis des ZiviZ-Surveys 2012 entstand im Jahr 2015 eine erste Landesauswertung der Daten für Rheinland-Pfalz. Sie wurde von der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz in Auftrag gegeben und hatte zum Ziel, eine faktenbasierte Grundlage zu schaffen, um die Organisationen vor Ort gezielt stärken zu können. Diese Analyse wurde 2019 mit den Daten des ZiviZ-Surveys 2017 fortgeschrieben – mit dem Themenschwerpunkt Bildung. 

Die Studie stellt die Perspektive der Organisationen, vor allem der Vereine, in den Mittelpunkt der Betrachtung. Sie verweist auf die ungeheuren Potenziale der Zivilgesellschaft, benennt aber auch die Schwierigkeiten, vor denen manch ein Verein steht.

 

Die zentralen Ergebnisse der Studie

  • Heute gibt es in Rheinland-Pfalz knapp 38.000 eingetragene Vereine. Gegenüber 2012 ist das ein Plus von mehr als 1.600 Vereinen.
  • Die Zahl der Vereine wächst jedoch nicht einfach nur, sondern es gibt einen Strukturwandel. Wenn drei Vereine neu gegründet werden, wird in der Regel anderenorts ein Verein aufgelöst. Von Auflösungen sind besonders Vereine in kleineren Dörfern und Gemeinden betroffen. Auch die Zahl der Engagierten in den Vereinen ist tendenziell eher in Dörfern und kleinen Gemeinden rückläufig.
  • Die Organisationslandschaft in Rheinland-Pfalz ist weiterhin besonders stark von traditionellen Handlungsfeldern, wie Sport und Kultur, geprägt. Meist sind es kleine Vereine mit höchstens 100 Mitgliedern.
  • Fast alle Vereine werden überwiegend von freiwillig Engagierten am Laufen gehalten. Die meisten Vereine können die Zahlen ihrer Engagierten stabil halten oder sogar erhöhen. Jeder vierte Verein hat heute jedoch weniger Engagierte als 2012. Besonders betroffen sind davon Vereine in Dörfern und kleinen Gemeinden. Vor allem dauerhafte Ehrenamtspositionen können nur schwer besetzt werden. Dadurch steigt die Belastung der Engagierten, denn die Arbeit ist meist auf nur wenige Schultern verteilt. Doch nur wenige Organisationen können sich durch bezahltes Personal Unterstützung holen, denn die finanziellen Ressourcen sind in der Regel sehr begrenzt.
  • Mitgliedsbeiträge sind die wichtigste Einnahmequelle von Vereinen. Deshalb sind stabile Mitgliederstrukturen der Schlüssel für eine gesicherte finanzielle Basis. Sachleistungen und andere materielle Unterstützung, die meist von Kommunen und Privatpersonen kommen, sind für viele Organisationen eine wichtige Ergänzung im Finanzierungsmix.
  • Vereine sind auch Bildungsakteure. Mehr als jeder dritte Verein hat einen Bildungsbezug. Die meisten erbringen selbst Bildungsangebote. Diese sind vielfältig und erreichen auch Altersgruppen, die über das öffentliche Bildungssystem nicht (mehr) angesprochen werden.

 

Bibliografische Angaben

Jana Priemer, Veronika Mohr, Mara Schmidt:
Vereine und Engagement in Rheinland-Pfalz
Ergebnisse aus dem ZiviZ-Survey 2017
Herausgeber: Staatskanzlei Rheinland-Pfalz
Mainz 2019
52 Seiten

Kontakt

Jana Priemer

ist Leiterin des Bereichs "Organisierte Zivilgesellschaft".

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F 030 322982-569

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