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Unternehmensengagement in
Baden-Württemberg

Ergebnisse aus dem Monitor Unternehmensengagement 2025

Unternehmensengagement in Baden-Württemberg (Cover der Studie)

Die Studie untersucht auf Basis des Monitors Unternehmensengagement 2025 das Engagement von kleinen, mittleren und großen Unternehmen in Baden-Württemberg mit dem Ziel, ein repräsentatives und aktuelles Bild der privatwirtschaftlich geförderten Engagementlandschaft zu zeichnen. Unter Unternehmensengagement werden hier alle gemeinwohlorientierten Aktivitäten von Unternehmen verstanden, die über ihre originäre Geschäftstätigkeit sowie gesetzliche Vorgaben hinausgehen und folglich freiwillig sind.

Neben der Analyse von Umfang, Formen, Bereichen und Mehrwerten des Engagements umfasst der Bericht besondere Fokusthemen, wie das Engagement im Bildungsbereich, für den Klimaschutz oder auch für demokratische Werte. Ausgehend von dem gezeichneten Bild werden konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Damit bietet die Studie Unternehmen eine wichtige Orientierungshilfe für die gezielte Weiterentwicklung ihres Engagements. Gleichzeitig liefert sie zentrale Erkenntnisse für Akteure der Engagementförderung, die die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung stärken wollen. Für politische und administrative Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger stellt sie eine belastbare Datenbasis bereit, um bestehende Rahmenbedingungen zu verbessern, sektorübergreifende Potenziale zu fördern und zukunftsfähige Kooperationen zu stärken.

Die im Herbst 2025 veröffentlichte Studie wurde von ZiviZ im Stifterverband im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg sowie des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg erstellt.

 

Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick

  • Unternehmen engagieren sich auf vielfältige Weise
    Am häufigsten engagieren sich Unternehmen in Baden-Württemberg in Form von Geld- und Sachspenden, daneben sind auch die Freistellung von Beschäftigten, Nutzungsüberlassungen und kostenlose Dienstleistungen weit verbreitet. Zudem engagieren sich immer mehr Unternehmen über nachhaltige Geldanlagen und die Umsetzung eigener Projekte. Tendenziell rückläufig sind hingegen kostenlose Dienstleistungen und das Anpacken im konkreten Anlass.
     
  • Spendenverhalten mit großer Spannbreite
    Geldspenden bleiben die am häufigsten genutzte Engagementform. Die Höhe der Spendensummen korreliert erwartungsgemäß mit dem Jahresumsatz, wobei größere Unternehmen höhere Beträge aufwenden. Gleichzeitig bleibt die Spannweite innerhalb einzelner Umsatzklassen groß: Während ein Drittel der Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro jährlich mehr als 50.000 Euro aufwendet, spendet ein Fünftel lediglich bis zu 10.000 Euro.
     
  • Thematische Verschiebungen zugunsten von Krisenfeldern
    Bei den Engagementfeldern zeigt sich eine thematische Verschiebung. Zwar bleibt der Sport das häufigste Engagementfeld (64 Prozent), gefolgt von Bildung und Erziehung (42 Prozent) sowie Sozialem (38 Prozent). Deutlich häufiger als in der Vergangenheit sind Unternehmen jedoch inzwischen im Bevölkerungsschutz aktiv. Dort hat sich der Anteil der engagierten Unternehmen mit inzwischen 24 Prozent seit 2018 mehr als verdoppelt.
     
    Auch der Klimaschutz hat in den vergangenen Jahren als Engagementfeld an Bedeutung gewonnen. 18 Prozent der Unternehmen engagieren sich inzwischen in diesem Bereich. Besonders verbreitet sind Maßnahmen zur Förderung klimafreundlicher Mobilität, zur CO₂-Kompensation sowie durch das Engagement der eigenen Beschäftigten für den Klimaschutz. Überbetriebliches Engagement erfolgt häufig durch die Unterstützung externer Projekte.
     
    Tendenziell rückläufig ist hingegen der Anteil der im Bereich Bildung und Erziehung engagierten Unternehmen. Inhaltlich konzentrieren sich Unternehmen in diesem Bereich auf die Förderung sozialer Kompetenzen wie Teamfähigkeit, auf MINT-Kompetenzen sowie unternehmerisches Denken. Im Rahmen des Engagements im Bildungsbereich werden insbesondere die Abschnitte schulische Bildung, Ausbildung sowie frühkindliche Bildung adressiert.
     
  • Lokale Ausrichtung, vielfältige Zielgruppen und zivilgesellschaftliche Kooperationen
    Das gesellschaftliche Engagement der Unternehmen in Baden-Württemberg ist überwiegend lokal ausgerichtet. Rund drei Viertel der engagierten Betriebe sind im unmittelbaren Umfeld ihres Standorts aktiv. Am häufigsten adressiert werden dabei Kinder und Jugendliche, mit großem Abstand folgen finanziell schlechter gestellte Menschen, Familien und Menschen mit Behinderung. Das Engagement von über einem Drittel der Unternehmen richtet sich jedoch an keine spezielle Zielgruppe. Viele Unternehmen kooperieren mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, insbesondere mit Vereinen, Wohlfahrtsverbänden oder Stiftungen.
     
  • Große Unternehmen positionieren sich häufiger für demokratische Werte
    Vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wird auch die Frage nach der Rolle von Unternehmen bei der Förderung demokratischer Werte verstärkt diskutiert. Zwar befürwortet eine deutliche Mehrheit ein klares Bekenntnis zu demokratischen Werten, konkrete Aktivitäten wie öffentliche Stellungnahmen oder Beteiligung an entsprechenden Kampagnen sind jedoch selten. Größere Unternehmen zeigen sich hier deutlich aktiver als kleine und mittlere Betriebe.
     
  • Personalbezogene Mehrwerte rücken stärker in den Fokus
    Immer mehr Unternehmen sehen in ihrem gesellschaftlichen Engagement Mehrwerte im Personalbereich. Im Vergleich zu 2018 betonen sie häufiger positive Effekte wie die Arbeitgeberattraktivität, die Bindung der Beschäftigten an das Unternehmen sowie die Förderung ihrer fachlichen und sozialen Kompetenzen.
     
  • Stabiles Engagementniveau mit punktuellem Ausbau
    Etwa jedes fünfte Unternehmen plant, sein Engagement künftig auszubauen, knapp drei Viertel möchten den aktuellen Umfang zumindest beibehalten. Als förderliche Rahmenbedingungen für eine stärkere Beteiligung nennen Unternehmen vor allem finanzielle Anreize, während bürokratische Hürden und eine angespannte wirtschaftliche Lage hemmend wirken.
     

 

Autorin und Autor der Studie

Dr. Peter Schubert

Dr. Peter Schubert

Leitung der Geschäftsstelle

T 030 322982-576

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