Die im Januar 2026 veröffentlichte Studie analysiert den aktuellen Zustand der freiwilligen Feuerwehren in Rheinland-Pfalz. Hierfür wurden freiwillige Feuerwehrleute zu ihrer Motivation und persönlichen Zufriedenheit, zu ihrem zeitlichen Engagement und den Auswirkungen auf Familie, Freizeit und Beruf sowie zur Wertschätzung, die sie durch ihr Ehrenamt erfahren, befragt.
Freiwillige Feuerwehren und ihre ca. 54.000 ehrenamtlichen Feuerwehrleute bilden in Rheinland-Pfalz eine unverzichtbare Säule im System des Brand- und Katastrophenschutzes. Jedoch stehen die Feuerwehren zunehmend vor der Herausforderung, genügend Engagierte zu gewinnen und langfristig zu binden. Daher ist es notwendig, die politischen und administrativen Rahmenbedingungen auf kommunaler und landesweiter Ebene so zu gestalten, dass das Engagement für die Feuerwehr eine attraktive Option für die Bürgerinnen und Bürger bleibt oder wieder wird.
Mit der Ehrenamtsstudie wurden zwei Kernziele verfolgt:
- Die Ermittlung von Rahmenbedingungen, die dazu führen, dass sich Personen gerne und langfristig in der Feuerwehr engagieren.
- Die Identifikation und Priorisierung erforderlicher Maßnahmen auf kommunaler und Landesebene zur Erreichung dieses Ziels.
Studienbausteine
- Ist-Analyse: In der Ist-Analyse wurde ermittelt, welche Strukturen und Programme zur Stärkung des Ehrenamts in der Freiwilligen Feuerwehr in Rheinland-Pfalz bereits auf Landes- sowie kommunaler Ebene bestehen. Hierfür wurde unter anderem eine Stakeholder-Analyse durchgeführt und vorhandene Fördermaßnahmen mit denen anderer Bundesländer verglichen.
- Meinungserhebung: In der Meinungserhebung wurden die 54.000 freiwilligen Feuerwehrleute in Rheinland-Pfalz zur Teilnahme an einer Online-Umfrage aufgefordert. Mehr als 12.500 ehrenamtlichen Einsatzkräfte haben an der Befragung teilgenommen.
Schwerpunktthemen der Umfrage waren:
● Zeitliche und inhaltliche Ausgestaltung des Engagements
● Motive und sonstige Treiber des Engagements
● Vereinbarkeit mit Familie, Freizeit und Beruf
● Wahrgenommene Wertschätzung und Rahmenbedingungen des Engagements
Ergänzend zu der Befragung wurden Interviews mit zentralen Stakeholdern sowie interaktive Beteiligungsformate vor Ort durchgeführt.
- Handlungsempfehlungen: Aus den Ergebnissen der Ist-Analyse und der Meinungserhebung wurden die vielversprechendsten Maßnahmen abgeleitet. Diese Maßnahmen wurden in konkrete und detaillierte Handlungsempfehlungen überführt und dabei nach kommunaler und Landesebene unterschieden.
Zentrale Studienergebnisse
- Engagementbereitschaft und Gewinnung neuer Einsatzkräfte: Die meisten Einsatzkräfte wollen ihr Engagement im bisherigen Umfang fortsetzen, viele sogar ausbauen. Zugleich rechnen sie damit, dass die Gewinnung neuer Einsatzkräfte in den kommenden Jahren schwieriger werden wird. Viele Einsatzkräfte halten deshalb Verbesserungen für notwendig, um ihre örtliche Feuerwehreinheit attraktiv und zukunftsfähig zu gestalten.
- Ausstattung der örtlichen Feuerwehreinheiten: Besonders häufig bemängeln Einsatzkräfte den Zustand ihrer Dienstkleidung und Feuerwehrgerätehäuser. Auch bei der persönlichen Schutzausrüstung berichten einige Einsatzkräfte von Defiziten. Je kleiner die Gemeinde oder Stadt ist, in der sich die Feuerwehreinheit befindet, desto negativer wird die Ausstattung bewertet.
- Aus- und Weiterbildung: Nur etwa die Hälfte der Einsatzkräfte ist mit den Aus- und Weiterbildungsangeboten ihrer örtlichen Feuerwehreinheit zufrieden. Weiterbildungsbedarf besteht insbesondere in den Bereichen taktisches Einsatztraining, technische Schulungen und dem Umgang mit Stresssituationen. Zudem wünschen sich viele Einsatzkräfte eine flexiblere Gestaltung der Grundausbildung.
- Anerkennung und Wertschätzung: Einsatzkräfte fühlen sich vor allem durch die eigene Einheit wertgeschätzt, deutlich seltener durch die Öffentlichkeit und behördliche Stellen. Wer mehr Anerkennung fordert, wünscht sich häufig eine Feuerwehrrente und finanzielle Aufwandsentschädigungen.
Auftraggeber der Ehrenamtsstudie
